10 April 2008

Meine Spinntechnik

Nachdem ich jetzt ein paar Stunden gesponnen habe (nicht am Stück!), habe ich auch mal auf meine Technik geachtet. Ich versuche mal zu beschreiben was ich mache, so rein aus Anfängersicht...

Das Rad ist einfädig flügelangetrieben, und die schottische (Spulen)Bremse ist komplett offen. Der Nylonfaden ist aber noch über der Spule. So zieht das Rad nur ganz wenig am Faden, man kann aber aufwickeln. Soweit hab ich es einfach vom Stricktreff übernommen. Und ich spinne bei einer Übersetzung von 1:14.

Ich spinne Baumwollband. Da habe ich schon gemerkt daß es mindestens zwei verschiedene Bänder gibt (das vom Wollschaf ist "fluffiger", das vom Wollknoll "seidiger"). Spinnen lassen sie sich gleich gut, zumindest sind mir jetzt keine größeren Unterschiede in Erinnerung. Man kann das Band etwas ausziehen vor dem Spinnen, ist aber nicht unbedingt nötig. Vielleicht beim gefärbten Band, da dort die Fasern mehr zusammenhaften.

Die vordere Hand kontrolliert wieviel Drehung in den hinteren Teil gelangt, also zwischen vorderer Hand und dem Faserband/Faserdreieck. Das passiert zwischen Daumen und Zeigefinger, indem die Finger mehr oder weniger den Faden festhalten. Dabei kann sich ruhig vor der vorderen Hand und zwischen Spinnrad Drehung "anstauen". Das gleicht sich später aus, wenn die vordere Hand weggenommen wird.

Die hintere Hand hält das Faserband ganz locker, bzw eigentlich Daumen und Zeige- plus Mittelfinger. Während das Rad läuft, zieht man die hintere Hand mit dem Faserband zurück. Dabei kommt gerade soviel Drehung rein, daß der Faden hält. Schon etwas komisch, denn die hintere Hand verhindert daß der Faden eingezogen wird, läßt aber gleichzeitig die Fasern ausziehen.

Der Faden ist ungleichmäßig. Ich glaube daß geht bei dieser Technik auch nicht anders; deshalb kommt noch Schritt 2. Wenn die hintere Hand ein gutes Stück ausgezogen hat, halte ich die Fasern fest damit nichts weiter ausgezogen werden kann. Die vordere Hand kontrolliert weiter die Drehung, während die hintere Hand weiter zurückgeht. In den dickeren Stellen ist nämlich weniger Drehung als in den dünneren Stellen, so daß man diese ausziehen kann. Theoretisch ist dann der Faden ziemlich gleichmäßig. Rein praktisch braucht das noch Übung *g*.

Dann braucht man noch mehr Drehung. Dazu halte ich dann den Faden mit der hinteren Hand fest, und die vordere Hand nehme ich weg. Wenn genug Drehung drin ist, lasse ich den Faden aufwickeln und fange von vorne an.

Diese Technik ist auch in meinem Buch beschrieben ("teach yourself visually: handspinning"). Dort wird sie als "langer Auszug" bezeichnet, im Internet ist sie mir schon begegnet als "doppelter Auszug". Ist mir wurscht wie sie heißt, Hauptsache es macht Spaß! (Das Buch kann ich übrigens empfehlen. Da geht es nicht nur um das Spinnen selbst, sondern auch um das vorher und nachher.)


Nun ist die Frage: wie merke ich daß genug Drehung drin ist? Ich habe es jetzt mal so gemacht, daß ich mit der vorderen Hand ein Stück von der hinteren Hand entfernt den Faden packe und ihn mit sich selber verdrehen lasse (und dannach natürlich wieder auseinanderziehen!). So merkt man zumindest "zu wenig" oder "könnte reichen". Ich versuche möglichst viel Drehung reinzukriegen, ohne daß sich der Faden anfängt zu kringeln. Klappt nicht immer ;-) In diesem Fall halte ich das Rad an, ziehe aber weiter aus. So verteilt sich die überschüssige Drehung.


In selbigem Buch steht auch, daß Rechtshänder üblicherweise die rechte Hand vorne haben. Interessanterweise habe ich aber die linke Hand vorne, spinne also sozusagen linkshändig ;-) Im Prinzip ist mir das wurscht, finde es aber recht amüsant. Ich habe es auch schon anders herum probiert, und da ging gar nichts. Ich habe eben nur in der rechten Hand das Feingefühl für die Fasern. Insofern kann ich es nicht nachvollziehen das Rechtshänder die rechte Hand vorne haben... liegt aber vielleicht auch an Baumwolle und langem Auszug. Oder sage ich lieber doppelter Auszug? Darüber muß ich mal am Spinnrad meditieren...

1 Kommentar:

  1. Hallo Steffi,
    das mit dem Testen, ob genug Drehung drin ist, mache ich genauso wie du, und ich wüsste jetzt auch nicht, wie man das sonst machen könnte.

    Ich bin übrigens auch Rechtshänder und habe beim Spinnen die linke Hand vorne - ist mir aber genauso wurscht wie dir :)

    Liebe Grüße
    Tanja

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